Archiv für: November 2007
Verrückte Spiele
Nachdem ich Schlag den Raab gesehen habe, ist bei mir unweigerlich der Wunsch aufgetreten, mal das Web nach verrückten Spielen zu durchsuchen. Und man fängt natürlich bei Wikipedia an. Dort kommt unter dem Begriff Spiel: "Das Spiel [...] ist eine Tätigkeit, die ohne bewussten Zweck zum Vergnügen, zur Entspannung, allein aus Freude an ihrer Ausübung ausgeführt wird" - eine Definition. Na ja, das muss ja auch so sein. Ist schließlich ein Lexikon. Aber sie zeigt, dass darunter definitiv auch verrückte Spiele fallen, so lange sie nur zum Vergnügen oder zur Entspannung ausgeführt werden. Ich darf also niemanden zum Spielen zwingen, da es dann ja kein Vergnügen wäre.
Wenn man weiter runter scrollt, folgt eine eher zähe Abhandlung über die Geschichte des Spiels. Es gibt zwar viele Darstellungen, in welchen Situationen welche Glücksspiele gespielt wurden, aber kaum welche, die darstellen, wie andere Spiele gespielt wurden. Das einzige, was heraus sticht und das ich sehr witzig finde ist die alte Lotterie. Dabei schien man nacheinander immer wieder Lose zu kaufen bis man gewonnen hatte. Es galt, dass derjenige die höchste Achtung aller bekam, der am längsten brauchte bis er etwas gewonnen hatte, weil er so mehr für die Kriegskasse gab.
Hey, das gibt es ja nicht. Es gibt bei Wikipedia tatsächlich ein Portal Spiele. Dort lese ich mich durch die Partyspiele. Dort gab es schon einige witzige Spiele: Die Werwölfe von Düsterwald, Powerpoint Karaoke oder Purikura (wohl das verrückteste). Purikura ist ein Fotoautomat, in den bis zu 10 Leute passen und es gibt dort auch Perücken oder andere Verkleidungselemente und man kann dann Fotos von sich und seinen Freuden machen und diese gleich im Automat noch bearbeiten...
Beim nächsten Mal werd ich googles Welt zu verrückten Spielen durchstreifen...
Fernsehprogramm
Normalerweise schaue ich nicht sonderlich viel fern. Im allgemeinen halte ich die Unterhaltung nicht für sonderlich unterhaltend und die Filme schaue ich mir lieber auf Video an, weil ich es nicht mag, dass ein Film alle 20 min für 5 min unterbrochen wird - insbesondere dann, wenn es spannend wird. Und ich mag es auch nicht, wenn ich die letzten 2 min vor der Pause noch einmal sehen muss. Aber heute war es wirklich mal unterhaltsam. Insbesondere erstaunlich war es, dass diesmal sowohl RTL als auch Pro 7 Schwergewichte der Unterhaltung in den Ring geworfen haben. RTL mit das Supertalent und Pro 7 mit Schlag den Raab. Das Supertalent hat sehr erfolgreiche Vorläufer in USA (Gewinner: Bianca Ryan) und Großbritannien (Paul Potts) und alles was Raab anfasst, wird irgendwie zu gold.
Wenn man aus USA und UK lernt, wird entweder Tilly oder Ricardo das Supertalent werden. Während der Show haben die meisten Künstler aber nicht so wirklich überzeugt - im Gegensatz zum letzten Mal. Und tatsächlich wird Ricardo zum Supertalent gekürt - er hat es sich auch verdient. Er war derjenige, der seine gute Performance vom letzten Mal halten konnte, wenn man mal von dem kleinen Trompetenknirps absieht, der sich aber nicht so gut vermarkten lässt. Da ist Schlag den Raab schon unterhaltsamer. Jedes Spiel ist neu und man fiebert tatsächlich mit. Einige wünscht man sich selbst man nachzumachen, wenn es nicht so materialintensiv wäre - aber so ein Autoball oder so eine Reaktionswand.
Ich glaube, ich lasse einen meiner Charaktere auch mal irgendwelche verrückten Sachen machen. Vielleicht suche ich mal nach verrückten Spielen in anderen Kulturkreisen…
Privatssphäre
In der gestrigen Ausgabe des Wall Street Journals (5. September 2007) befindet sich ein Artikel von Mark Maremont “Scholars Link Success of Firms To Lives of CEOs“. Darin beschreibt er eine Studie, die Hauskäufe sowie der Tod von Familienangehörigen eines CEOs mit der Profitabilität und dem Aktienkurs des von ihm/ihr geleitenden Unternehmens vergleichen. In der Studie wurde herausgefunden, dass der Kauf eines sehr großen Hauses einen negativen Einfluss auf die Unternehmensleistung hat. Dies wird mit der These begründet, dass diejenigen Führungskräfte, die sich ein sehr großes Haus leisten, Freizeit als sehr wertvoll ansehen und sich damit weniger auf die Arbeit konzentrieren. Noch schwerer beeinflusst wird die Leistung durch den Tod eines Familienangehörigen. Allen voran führt der Tod eines Kindes zu einer Underperformance von 20%, während der Tod der Ehefrau noch 15% Leistungsrückgang mit sich bringt. Das zeigt wohl, dass auch die Führungskräfte von Unternehmen “nur” Menschen sind.
Die Frage, die sich automatisch anschließt, ist, ob CEOs demnächst auch zu so öffentlichen Subjekten werden wie Politiker oder Film-/Musikstars. In dem Artikel wird die Frage nicht wirklich beantwortet. Es wird lediglich angebracht, dass viele Investoren keine Skrupel hätten, die Hauskäufe zu recherchieren, während die Suche nach kranken Verwandten als Eingriff in die Privatsphäre betrachtet wird. Ich frage mich dabei jedoch, wieso eine Führungskraft weniger Schutz der Privatsphäre genießen soll als andere Mitglieder der Gesellschaft. Es ist schon so, dass der Vorstand von öffentlichen Unternehmen seine Gehälter offen legen muss. Die meisten Arbeitnehmer würden nicht einmal ihren engsten Freunden mitteilen, was sie verdienen und noch weniger es an die große Glocke hängen. Bei Führungskräften scheint dies jedoch ganz natürlich. Sollen sie nun auch noch darstellen, was sie mit ihrem Geld machen? Will man ihnen irgendwann zumuten, dass sie das Geld, für das sie viel gearbeitet haben zukünftig nicht mehr so konsumieren oder investieren können, wie sie es sich vorstellen, weil der Aufsichtsrat und damit die Anleger fürchten, dass die zukünftige Unternehmensentwicklung und damit der Aktienkurs nicht permanent wächst? Wird es irgendwann so sein, dass man als CEO nicht nur sehr viel arbeitet, sondern komplett sein Leben für ein Unternehmen aufopfert. Was passiert dann, wenn die Führungskraft nicht mehr gebracht wird - hat man dann alles gegeben und kann dann doch nicht glücklich sein, weil man nicht mehr man selbst ist, sondern nur noch eine Marionette der Shareholder? Auch wenn meine Argumentation hier scheinbar anders ausgefallen ist, bin ich kein Gegner des Schareholder Values - im Gegenteil, ich denke, der Markt kann das meiste sehr gut regeln und viele Dinge, die heutzutage “Aufgabe” des Staates sind, wären im Markt besser aufgehoben. Doch man braucht den Staat für eins - Rahmenbedingungen. Diese müssen vom Staat gesetzt und durchgesetzt werden. Dazu gehört auch, dass jeder! Mensch das gleiche Recht auf Privatsphäre hat.
Vielleicht sollte ich das Thema in dem Buch aufgreifen, in dem einer der Charaktere in einem Unternehmen in führender Position arbeitet und jährlich seine kompletten Ausgaben auflisten muss und diese dann veröffentlicht werden. Irgendwie muss das Thema überspritzt dargestellt werden…
Es allen Recht machen
Brrrh. Ich habe mich gerade so sehr über mich aufgeregt. Dabei war es nur eine Kleinigkeit. Mein Freund hat die Wäsche samt meinen Hemden in den Trockner geworfen. Ich sagte noch, dass ich das für keine gute Idee hatte, weil ich mir das Resultat durchaus gut vorstellen konnte. Doch er meinte, dass dann unsere Putzfrau den nächsten Morgen nicht bügeln könne, weil die Sachen noch nicht richtig trocken sind. Und an dieser Stelle bin ich eingeknickt und hab mich nicht getraut zu sagen, dass ich das erstens nicht glaube und selbst wenn, ist es einfacher, feuchte Hemden zu bügeln als Hemden, die aus dem Trockner kommen. Aber nicht von alledem habe ich gesagt, sondern nur ok. Brrrh.Als die Wäsche dann fertig war, wusste ich, dass es ein Fehler war und wurde wütend, wütend, will ich nichts gesagt habe, wütend, weil ich nie etwas sage in solchen Situationen, sondern immer darauf vertraue, dass er recht hat, so als ob ich selbst kein Hirn hätte. Sicher, häufig hat er Recht, aber auch ohne ihn habe ich durchaus mein Leben gemeistert und bin fähig solche Dinge zu entscheiden und nicht ganz selten habe ich sogar Recht, wie eben und dann ärgert es mich besonders, dass ich meinen Mund nicht aufmache, nur weil ich fürchte, dass er mich wieder belächelt, weil ich fürchte, dass er mich weniger liebt, nur weil ich ihn widerspreche. Ich weiß, dass ist quatsch - zu mindestens, dass er mich weniger lieben wird, dennoch fürchte ich mich davor. Und dass er mich belächelt, und nicht erst nimmt, ist durchaus eine reale Befürchtung.
Na ja. Ich denke, ich werde beiden - bisher erschaffenen - Charakteren diesen Charakterzug oktroyieren. Dann werde ich sie aufeinander treffen lassen und jeweils schon für den anderen vorausdenken lassen, so dass es zunächst zu einigen witzigen Szenen kommt, wo beide aneinander vorbeireden, weil keiner von beiden das ausdrückt, was er im Inneren sich wünscht, sondern nur das, was er glaubt, was der andere will. Das könnte dann so aussehen: A denkt: ach, ich würde heute am liebsten einfach nur faul am Strand rumliegen, aber ich weiß, dass B das nicht mag und dann wirke ich immer so als Looser - außerdem mag sie so gerne Museen. A sagt dann zu B: Hey, ich hab gehört, dass gerade einige Bilder von Monet in der neuen Pinakothek ausgestellt werden, wollen wir nicht dahin gehen. Und sie denkt: ich würde heute am liebsten nur faul am Strand liegen, aber er mag doch so gerne sportliche Aktivitäten und sagt: “Ach, ich würde viel lieber Kart-Fahren und wir können ja noch x und y und z anrufen” und denkt weiter. Ja, dafür wird er mich lieben. Ich kann die drei holen Saufköppe zwar nicht leiden, aber mag sie doch so gerne. Er denkt, och nee, so anstrengend und auch noch die drei holen Saufköppe - die Zeiten sind echt vorbei. Ich weiß gar nicht, was so ein hübsches und gebildetes Mädchen an diesen Grobianen findet und sagt: Cool, klar lass es uns so machen. Sie ärgert sich dann, weil sie den Vorschlag gemacht hat und es ertragen muss, hofft dadurch aber sein Herz zu gewinnen. Er verflucht sich, weil er nicht gesagt hat, was er wollte und tröstet sich, weil er hofft, das sie glücklich ist und ihm dadurch zugetan ist. Dann wird es traurig und irgendwann muss sich das dann auflösen. Weiß noch nicht, wie - vielleicht ein gemeinsamer Freund, dem beide vertrauen oder …
07.11.07 22:46:22, 