Archiv für: Dezember 2007

Jahresende

von Ines Sey E-Mail

Nun ist das Ende des Jahres nah und ich beginne darüber nachzudenken. Jedes Jahr das Gleiche - und doch wieder anders. In einem Jahr saß ich mit einer Gruppe von Freunden vor dem Kamin in einer Hütte mitten in Frankreich und habe in ein Büchlein geschrieben, in das ich immer etwas geschrieben habe, wenn mir gerade danach war oder wenn ich mich einsam gefühlt habe. Überhaupt ist es manchmal ganz schön einsam unter den Menschen - eigentlich fast immer nur unter den Menschen. Sie können sehr grausam sein und einen verletzen oder sie sind unendlich warmherzich und lassen einen das Herz höher schlagen. Ich brauche nur meinen lieben Freund umarmen und die Wärme seines Herzens spüren, schon vergesse ich allen Groll auf die Welt...

Doch dann gibt es wieder die Situtaionen, in denen man unter einem Haufen von Menschen ist und eigentlich mit niemanden etwas zu tun hat. Man stellt fest, dass man nur ein kleines Licht unter den Menschen ist, für das sich eigentlich keiner interessiert - zumindest nicht wirklich. Zwar werden immer wieder Fragen nach dem Wohlbefinden gestellt. Wenn man dann aber ehrlich antwortet, wird man nur verstört angeschaut und die Menschen wenden sich vielfach ab. Ja, es ist eine Jammerei, aber das eigene Leben besteht nicht nur aus der "Bright side of life". Häufig gibt es Rückschläge. Häufig geschieht nicht alles so wie man es sich vorstellt. Häufig fühlt man sich einfach beschissen. Aber all dies darf man den Menschen nicht zeigen, wenn man nicht will, dass sie sich abwenden. Na ja, so ist das also ein Teufelskreis. Erst fühlt man sich schlecht, weil etwas nicht so geklappt hat, wie man es sich vorgestellt hat, dann will man davon jemanden erzählen, weil dies vieles einfacher macht und man selbst die Situation sinnvoll reflektieren kann. Erzählt man aber jemanden davon, so wendet sich derjenige ab, weil er nicht mit jemanden deprimierten zu tun haben will und dadurch, dass sich Menschen abwenden, fühlt man sich verstoßen, einsam und noch trauriger... ach ja, da beginnt der Kreislauf von Neuem. Was in dieser Situation wirklich gut tut, ist ein Becher heißer Schokolade oder Tee und ein Drücken von meinem lieben Freund....

Blick auf die Gesellschaft

von Ines Sey E-Mail

Vor zwei Tagen saß ich im Zuch von München zu meinen Eltern und las im Bahnmagazin von einem Mobilfilmfestival mit Kurzfilmen, die per Handy gedreht werden und die max. 60 sek lang sind. Ich war sogleich Feuer und Flamme für die Kurzfilme und probierte ein wenige mit meiner Handykamera herum. Man glaubt gar nicht wie zittrig das ganze wird - werd die Filme wohl nicht einfach so drehen können, sondern auf den Computer hochladen und dort schneiden müssen. Dann hab ich darüber nachgedacht, was man so in 60 sek darstellen kann - was würde mich selbst interessieren. Zunächst fiel mir nur ein, dass ich zeigen könnte wie ein Kunstwerk entsteht. Dann dachte ich an Bangkok und Angkor Watt, die ich demnächst besuchen werden - an kleine Guides. Man könnte etwas mit Geschichte hinterlegen. Sogleich übertrug ich die Idee auf München - kleine Tourguides durch München - sozusagen ein kurzer Abriss, was einen in der Stadt erwarten kann. Hab gleich dazu festgestellt, dass ich max. 5 Szenen a 10 sek zeigen kann oder wohl besser sind 3 a 15 sek + Vorspann und Abspann.

Innerhalb dieser ganzen Überlegungen fiel mir auf, wie häufig ich mich in Szene setzte oder meine Neugier befriedigen wollte - auch Kurz-Dokus a la "Sendung mit der Maus" kamen mir in den Sinn. Doch bei alledem fehlte mir irgendwie der Bezug zu meinem Selbstverständnis als Künstlerin, dass ich als ein Spiegel der Gesellschaft funktionieren müsse. Betroffen von dieser Erkenntnis kramte ich alle meine Ideen für Bilder oder bereits fertige Bilder oder Geschichten aus meinem Gedächtnis hervor und erkannte immer wieder meine Stimmungen, meine Gefühle, meine Hilfeschreie, aber eben immer nur meine. Klar, wenn ich der Gesellschaft einen Spiegel vorhalte, ist das natürlich auch wieder meine Sicht auf die Dinge, aber eben auf externe Dinge und nicht nur mich selbst. Warum schreibe ich nicht mal über Bildung oder male darüber - das Thema interessiert mich, ich halte es für den Schlüssel des "Erfolgs" einer Gesellschaft und da läuft wahrlich nicht alles optimal, auch wenn schon viel davon gesprochen wurde. Aber häufig eben nur gesprochen, ohne in die Tat umgesetzt zu werden. Ich glaube, es gibt eine gute Basis für ein Bild... oder für den Rahmen einer Geschichte.

Powerpoint Karaoke

von Ines Sey E-Mail

Eigentlich hatte ich ja versprochen, dass ich das nächste Mal einen Streifzug durch die weiß-blaue Welt von Google ziehen würde, um noch mehr verrückte Spiele zu finden. Aber mich hat die Lust verlassen und nachdem mir meine Mum auf die Frage nach dem Sinn des Lebens letztens mit "Spaß haben" antwortete, erlaube ich mir, Google ausfallen zu lassen. Stattdessen greife ich lieber ein Spiel von letztem Mal wieder auf - Powerpoint-Karaoke. Ich habe es zwar noch nie gespielt, aber ich stelle es mir urkomisch vor - so wie stand-up-commedy mit Stichunkten (die man natürlich vorher nicht kennt - sonst wäre es ja keine stand-up-commedy). Ach, ich werde das am besten meinen Helden spielen lassen, der immer versucht, das zu tun, von dem er glaubt, dass es andere Leute cool finden - am besten ein Mädchen. Und da er mal gehört hat, dass Mädels manchmal Probleme haben über Erotik und Sex zu sprechen, versucht er das Thema zu meiden, so dass ihn alle für verklemmt halten. Und nun bekommt er eine Präsentation bei dem Spiel vorgesetzt, bei dem es um z.B. um Dirty Talk oder um irgendwelche skurilen Sexualpraktiken geht...