Archiv für: Mai 2009
Schulpflicht ohne Schule
Dank eines Kommentars bin ich darauf gestoßen worden, Schulpflicht näher zu beschreiben. Unter Schulfplicht sollen drei Verpflichtungen verstanden werden: 1. Staat trägt Sorge, dass Kinder etwas lernen 2. Eltern tragen Sorge, dass Kinder etwas lernen 3. Kinder müssen einen Teil ihrer Zeit dafür aufwenden, etwas zu lernen. Dabei ist die Organisation von Bildung bzw. Schulpflicht nebensächlich. Kinder müssen nicht zwingend zur Schule gehen, sondern können sich auch auf andere Art ihre Bildung/Wissen aneignen. Wichtig ist nur, dass der Staat in irgendeiner Form überprüft, dass Kinder sich diese Bildung/Wissen aneignen.
Gesellschaftliche Entwicklung ohne Schulpflicht
Was passiert, wenn Schulpflicht abgeschafft würde?
Im ersten Schritt gehen wahrscheinlich alle Jugendlichen, die eh keine Lust auf Schule haben, nicht mehr zur Schule. Im zweiten Schritt würden Kinder, deren Eltern wenig Wert auf schulische Bildung legen, nicht mehr eingeschult. So gäbe es langsam vermehrt Ungebildete. Gleichzeitig triften Unterschicht und Oberschicht stärker auseinander. Auch bei fehlender Schulpflicht gäbe es noch genügend Leute, die ihre Kinder zur Schule schicken. Allerdings würden das immer weniger werden. Vornehmlich kämen Kinder in den Genuss von Bildung, deren Eltern selbst gute Bildung genossen haben, Bildung als notwendig sowie befriedigend erachten. So gäbe es dann eine weiterhin gut ausgebildete kleine Elite und eine große Masse von gar nicht oder wenig gebildeten Menschen. Bei solch einer Entwicklung emigriert die geistige Elite wahrscheinlich, sofern im Ausland kein Einbruch im Bildungsniveau zu verspüren ist. Damit bliebe nur ein wirklich kleiner Teil von Wissensträgern im Land. Diese Wissensträger erhalten Wirtschaft/Technik weiterhin am Laufen. Meines Erachtens würde ein Wegfall der Schulpflicht nicht zum Mittelalter führen, sondern zum Mittelalter 2.0. Menschen können weiterhin Technologien anwenden. Technische Entwicklungen wären hauptsächlich Vereinfachungen vorhandenener Technik. Weniger häufig wären technologische Durchbrüche. Solche technologischen Entwicklungen könnten aber auch aus dem Ausland übernommen werden, so dass relativ wenig Menschen für Entwicklungen notwendig wären. Ein bisschen stelle ich mir Mittelalter 2.0 wie aktuelle Entwicklungen in Schwellenländern wie z.B. Peru vor.
Storyline Adaptionen
Nach einem Gespräch mit einer guten Freundin ist mir eine bessere Abwandlung eingefallen... Wenn die Gesellschaft nicht satt und fett ist, sondern stattdessen eher in einer Krise entsprechend der aktuellen Krise, lässt sich ein Wandel hin zur Unlust auf Schule viel besser erklären. Denn wenn es der Gesellschaft schlecht geht, Einzelne keine Perspektive mehr sehen, desto wahrscheinlicher ist, dass Kinder nicht mehr in die Schule wollen.
Storyline - Bildung macht frei
So, nach langer Zeit, hab ich mich endlich auf den Hosenboden gesetzt und Storyline fürs Buchprojekt ausgearbeitet. Hier jetzt also mein Plot fürs Buchprojekt.
Erst in Kurzform:
1. Satter Gesellschaft erscheint Bildung unnötig
2. Gesellschaft hebt Schulpflicht auf
3. Gesellschaft verdummt, wählen Führer ohne Bildung
4. Demokratie erlahmt, Diktatur wird eingeführt
5. Gesellschaft geht es zunehmend schlechter
6. Intelligentes, wissbegieriges Mädchen geht auf Reisen
7. Mädchen lernt gebildeten Jungen kennen
8. Junge bringt ihr Bildung bei
9. Mädchen beschließt ihre Gesellschaft zu ändern
10. Mädchen baut Untergrundorganisation für Bildung auf
11. Mädchen lehrt Verwandten/Bekannten Bildung
12. Als Menge der Gebildeten in Gesellschaft groß genug, kommt es zum friedlichen Putsch
13. Demokratie, Schulen sowie Schulpflicht werden wieder eingeführt, Leben läuft gut
14. Happy End.
Jetzt in Langform:
Es wird eine Gesellschaft dargestellt, welche Tradition für Bildung hat. In dieser Gesellschaft geht es den Leuten ganz gut, Gesellschaft ist satt und zufrieden. Nur Kinder haben keine rechte Lust zur Schule zu gehen. Kinder verstehen Sinn darin nicht. Es gibt immer mehr Schulschwänzer. Um dieses Problem lösen, erlässt Gesellschaft einfach Schulpflicht. So verstößt auch niemand gegen eine Schulpflicht. Daraufhin gehen immer weniger Kinder zur Schule. Aufgrund von Schülermangel schließen viele Schulen. Daraufhin sinkt gesamtgesellschaftliches Bildungsniveau, was wiederum zur Folge hat, dass viele Fachkräfte fehlen. So schließen viele Unternehmen. Wirtschaftliche Situation verschlechtert sich. Ungebildete gründen eine Partei (Älteren wussten noch, wie Partei funktioniert). Ungebildetenpartei erhält viel Zulauf über Fernsehen/Radio. Fernsehen/Radio sind wichtigste Medien von Ungebildeten, denn jüngere Ungebildete können ja auch nicht lesen oder zumindest nur sehr schlecht. Ungebildetenpartei verspricht Gesellschaft, dass es ihnen bald besser gehen würde. Bald ist Ungebildetenpartei größte Partei der Gesellschaft. Ungebildete bestimmen gesellschaftliches Geschehen. Leiter der Ungebildetenpartei ruft Diktatur aus. Dagegen wehrt sich kaum jemand. Die wenigen, die es gestört hätte, verlassen das Land - Ungebildete waren froh, dass sie endlich anerkannt waren. Schulen werden nun verboten. Zeitungen eingestellt. Bücher kaum noch gedruckt. Gewalt steigt. Umweltverschmutzung steigt. Lebensqualität sinkt. Gerichte werden nebensächlich. Blutrache bestimmt das Leben.
In diese Gesellschaft wird nun ein intelligentes und neugieriges Mädchen hineingeboren. Auch wenn Reisen eigentlich verboten sind, läuft Mädchen immer wieder fort, um neue Dinge zu erkunden. Als Mädchen ungefähr 18 ist, geht sie weiter weg als je zuvor. Mädchen reist in anderes Land. Mädchen lernt andere Städte sowie anderes Leben kennen. In einer Stadt (ähnelt München) lernt Mädchen Jan kennen. Jan studiert ja dort im ersten Semester Mathematik. Ihn interessiert aber hauptsächlich Bildung. Beide verlieben sich ineinander. Von ihm lernt sie wie eine Demokratie funktioniert, wie Bildung funktioniert etc. Mädchen beschließt Verhältnisse in ihrer Heimat zu ändern. Mädchen und Jan haben Mut. Beide schleusen Bekannte in Jans Stadt, zeigen ihnen ihnen, wie Leben sein könnte. Mädchen gründet Untergrundpartei, durch die sie andere ausbildet. Es kommt zum Putsch, welcher irgendwie friedlich verlaufen sollte - soll ja gerade Bildung verdeutlichen. Zum Schluss übernehmen Gebildete Führung, Schulpflicht wird eingeführt. Wirtschaft erstarkt. Gesellschaft blüht auf.
27.05.09 23:23:24, 