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Eltern als Träger von Bildung

von Ines Sey E-Mail

Gerade gestern habe ich ja Eltern als Teil des Bildungssystems wegdefiniert, d.h. Eltern sind kein Teil des Bildungssystems. Interessanterweise gibt es gerade heute einen Blogartikel zum Thema, indem Ursula von der Leyens Meinung wieder gegeben wird: Eltern seien gefordert, ihren Kindern Nachdenken, Hinterfragen, Verstehen von Werten nahe zu bringen. Interessant...

Ausgestaltung Bildungssystem

von Ines Sey E-Mail

Vor einigen Posts wurde Bildung als einer der drei Kernelemente vom Buchprojekt definiert. Im letzten Post wurde Bildung als Befähigung definiert, Wissen anzueignen, Wissen anzuwenden, eine eigene Meinung zu bilden und dementsprechen zu handeln. Aufgabe des Bildungssystems besteht darin, diese Befähigung zu lehren.

Wie aber muss ein Bildungssystem aussehen, um tatsächlich diese Befähigung zu vermitteln? Eigentlich müsste man damit beginnen, Elemente des Bildungssystems zu definieren. Hm, da fangen schon erste Überlegungen an... Gehören Eltern zum Bildungssystem? Wenn ja, beginnt Bildung eigentlich schon im Säuglingsalter mit den Eltern. Oder stellt das System nur organisiertes Lehren von Bildung dar? Da kommt es schon zur nächsten Frage auf... wie ist ein System zu begreifen? Systeme werden ja häufig als Lebensräume verstanden. Stellt also ein Bildungssystem den Lebensraum dar, in dem Bildung vermittelt wird? Muss dies organisiert sein? Hm, vielleicht kann man sich über das Wort System heranpirschen. Damit verwandt ist ja das Wort systematisch.

D.h. Bildungssystem wäre dann der Lebensraum, in dem Bildung systematisch vermittelt wird. Systematisch heißt mit einem Plan dahinter.

Meistens haben Eltern keinen genauen Plan, was ihr Kind zu welchem Zeitpunkt können sollte. Eltern prüfen ihre Kinder meist auch nicht gegen diesen Plan ab. D.h. Eltern fallen aus dem Bildungssystem raus. Spannend wird es natürlich, wenn man die Planüberprüfung in Frage stellt wie dies einige Pädagogen, Eltern etc. tun. Obwohl, die kreiden ja lediglich an, dass Kinder nicht gestresst werden sollen durch Überprüfungen. Allerdings kann eine solche Planüberprüfung ja stattfinden ohne dass Kinder überhaupt etwas davon merken. Somit bleibt es bei der These, es geht um systematische Vermittlung von Bildung. Wer sind die Elemente dieser systamatischen Vermittlung.

Derzeit sind dies im Groben (natürlich gibt es noch viele Unterkategorien):
Kinderkrippe, Kindergarten, Grundschule, Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Berufsschule, Universität, Fachhochschule, Berufsakademie, Volkshochschule (witziger Name, da Hochschule akademisches Niveau sugeriert - doch werden meist Grundlagenkurse angeboten).

Fürs Buchprojekt gilt es jetzt zu überlegen, ob oben genannte Elemente = Bildungsträger die richtigen Instrumente zur Vermittlung von Bildung darstellen. Wobei im ersten Schritt soll es egal sein, da sie alle Lebensalter abdecken - Ausgestaltung ist natürlich ein anderes Thema.

Philosophie des Geistes - Simulationstheorie

von Ines Sey E-Mail

Philosophie des Geistes war mein zweiter Vortrag heute. Philosophie, weil philosophische Erklärungsmodelle vorgestellt wurden. Geist, weil Zusammenhang zwischen Körper und Geist betrachtet wurde. Alles in allem war es ein recht verworrener Vortrag. Aber eine interessante Philosophie-Schule wurde angerissen: Transhumanismus mit Nick Bostrom als einer der wichtigsten Vertreter. Unsere Dozentin stufte den Transhumanismus als gefährlich ein. Etwas als gefährlich zu deklarieren, regt natürlich an, mal im Internet zu stöbern, was denn so gefährlich daran sei. Dabei ist ein Paper von Nick Bostrom aufgepoppt, das wie philosophische Grundlagen des Films Matrix wirken: Are You Living In a Computer Simulation? Nick Bostrom. Philosophical Quarterly, 2003, Vol. 53, No. 211, pp. 243-255. (Erster draft 2001.)

Bei näherem Hinsehen fällt auf, dass Matrix 1 schon 1999 in die Kinos kam, also 2 Jahre vor dem ersten Draft des Artikels. Hm, wer hat wohl wen beflügelt? Auf jeden Fall sehr spannend, dass Science Fiction Literatur/Film in der modernen Philosophie tatsächlich Beachtung finden...

Mir unverständlich bei Nick Bostroms Philosophie bzw. Simulationstheorie ist, warum im Programmiercode die Funktion mit enthalten sein soll, dass wir darüber nachdenken können, in einer Simulation zu leben. Nur, wenn wir es denken können, ist es möglich, sich gegen das System (in diesem Fall Computersimulation) aufzulehnen. Also wäre es unlogisch, denn so bringt der Programmiercode sich selbst in Gefahr, was aus Evolutionsgesichtspunkten dumm wäre.

Humboldt Universität Berlin Spezifika

von Ines Sey E-Mail

Laut eigener Aussage ist die HU Berlin auf Grundlagenforschung und auf sozial- und ökologisch ausgerichtete Anwendungsforschung. Hm, was heißt das. Zum Glück gibt es auf deren Seite einen Hinweis auf Forschungsschwerpunkte.

Jetzt, da ich reingeschaut habe, nehme ich das mit den Schwerpunkten zurück. Sie schreiben "Seit ihrer Gründung ist die Humboldt-Universität eine universitas litterarum und umfasst alle grundlegenden Wissenschaftsdisziplinen in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften, der Mathematik und den Naturwissenschaften, der Humanmedizin sowie den Agrarwissenschaften. Forschungsschwerpunkte spiegeln sich u.a. in den 17 Sonderforschungsbereichen bzw. 12 Graduiertenkollegs der DFG wieder, für die die Humboldt-Universität Sprecherhochschule ist. Maßgeblich beteiligt ist die Humboldt-Universität am DFG-Forschungszentrum Matheon. Um innovative Forschung über die Fachgrenzen hinweg zu befördern, haben wir zeitlich befristete Interdisziplinäre Zentren eingerichtet."

Da frage ich mich, was daran Schwerpunkt ist. Also werde ich mir für diese Uni einen ausdenken. Wenn ich an Humboldt denke, denke ich immer an Einführung der Universitäten und daran, dass er so ein Verfechter des Studiums generale war. Dieses war ja früher hauptsächlich durch Theologie und Philosophie geprägt. Erst wenn man eine Weile dies studiert hatte, konnte man sich weiter spezialisieren. Da fällt mir gerade auf, dass die meisten Bacherlor Studiengänge nach dem gleichen Prinzip aufgebaut sind - während der ersten 1-2 Jahre wird sich ein Student eher generalistisch ausbilden und sich erst dann spezialisieren. Nun kann man sich fragen, woran das liegt. Ich habe auf einer meiner vielen Reisen auch einmal ein paar amerikanisch Collegestudenten getroffen, die für mich eine perfekte Antwort darauf hatten. Sie hatten das Gefühl, dass ihnen im College das erste Mal Allgemeinbildung nahe gebracht wurden. Dort erst lernten sie Geographie wie wir sie aus der Schule kennen und auch erst Geschichte abseits der amerikanischen Geschichte. Daraufhin habe ich für mich die These gefunden, dass die ersten Collegejahre mit unserer Oberstufe im Gymnasium vergleichbar ist und deshalb auch der amerikanische Bachelor 4 Jahre dauern muss, während der deutsche 3 Jahre dauert.

Hm, nun bin ich ganz schön vom Thema abgewichen. Habe mich jetzt allerdings auch für eine Spezialisierung der HU Berlin entschieden und zwar - wer hätte das nach meinen Ausführungen auch jetzt nicht mehr vermutet - für Philosophie.