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Vergleich Lernen in Deutschland und China
Bei einem Vortrag von Prof. Dr. Stein (leider nicht 100%ig aktuell) über den Vergleich des Lehrens / Lernens zwischen Deutschland und China erfuhr ich interessante Dinge, die mich ein wenig an meine Ideen für das Buchprojekt erinnerten. Zur Erinnerung: Jan macht an der Universität eine Aufnahmeprüfung. Die Universität entscheidet dann, für welches Fach Jan zugelassen wird.
In China entscheiden Eltern, was ihre Kinder studieren sollen. Denn Eltern finanzieren das Studium ihrer Kinder. Es ist wahnsinnig teuer - nach Anpassung an unsere Kaufkraft 20.000 - 200.000 EUR.
Außerdem ist interessant, dass in China Kinder / Jugendlichen am Ende ihrer Laufzeit eine dreitägige Prüfung absolvieren. Da wird ein großer Fächerkanon geprüft. Weniger schön: mehr als 50% aller Kinder / Jugendlichen in China denken während der Vorbereitung auf diese Prüfungen an Selbstmord. Denn nur wenn Chinesen gut in diesen Prüfungen abschneiden, dürfen Chinesen sich bei einer Universität bewerben. Wenn sie dann von einer Universität genommen wurden, haben Chinesen es geschafft. Einzig aufgrund von Disziplinmangel kann man in China noch aus der Universität herausgedrängt werden. Zwar gibt es auch Prüfungen - Durchfallquote = 0%. Auch ist ein Abschluss an einer Universität gleichbedeutend mit man bekommt einen guten Job.
Diese Überlegungen sind natürlich für Deutsche sehr ungewöhnlich. Verglichen mit China ist es relativ einfach eine Hochschulzugangsberechtigung zu erwerben. Schafft man das Abitur nicht auf Anhieb, kann man es auf dem zweiten Bildungsweg immer noch nachholen (ist natürlich mit einem recht hohen Aufwand verbunden, aber es geht) oder man macht eine Lehre, arbeitet ein paar Jahre und kann dann an Fachhochschulen studieren. Dafür gibt es an deutschen Universitäten auch Vorlesungen, bei denen bis zu 70% aller Studenten durchfallen. Wie sagte unser Professor gleich in unserer Einführungsvorlesung: schauen Sie ihren linken Nachbarn. schauen Sie ihren rechten Nachbarn an. Nur einer von ihnen drei wird statistisch gesehen dieses Studium beenden. Solche Verfahren sind in China vollkommen fremd.
Noch bin ich mir nicht sicher, ob ich ins Buchprojekt die Überlegung mit aufnehme, dass ein Student nicht mehr durchfallen kann sobald er von einer Universität genommen wurde. Darüber sollte mal nachgedacht werden...
Plagiate werden durch falsche Studienplatzwahl gefördert
Schon wieder spielt mir eine deutsche Zeitung in die Hände, meine Idee bezüglich des Auswahlsystems von Universitäten in die Arbeit einzubauen.
Diesmal ist es FAZ: FAZ schreibt, dass Plagiate im deutschen Hochschulwesen systemimmanent wären, weil
"die Gesamtzahl der Hochschulabschlüsse zu erhöhen, rechtfertige jede Maßnahme. Zum Beispiel die Zulassung von Studenten, die nichts mit ihrem Fach verbindet. Oder die Setzung von Anreizen für Universitäten, möglichst viele Abschlüsse hervorzubringen, sei es auch mittels einer Absenkung von Standards." Quelle: FAZ
Es schreit ja förmlich danach, dass Unis sich ihre Studenten selbst aussuchen und dann entsprechend ihrer Fähigkeiten den Fächern zuordnen sollen.
Georg Augusta Universität Göttingen Spezialisierung
In den letzten Artikeln habe ich die HU Berlin und die LMU München vorgestellt. Nun ist die dritte Universität, die ich mir ausgesucht habe, dran und zwar die Georg Augusta Universität in Göttingen. Dafür fällt mir gar keine Abkürzung ein, denn keinen, den ich kenne würde GAU Göttingen sagen. Also wird es bei mir auch die Uni Göttingen sein.
Interessanterweise finde ich gerade auf der Startseite einen Hinweis, dass die Uni Göttingen schon die zweite Auslandsrepräsentanz eröffnet hat, erst in Indien und jetzt in China. So eine richtige Fächerspezialisierung konnte ich auch bei der Profilbeschreibung der Uni Göttingen nicht erkennen. Sie schreiben, dass sie sich als "international bedeutende Forschungsuniversität mit Schwerpunkten in der forschungsbasierten Lehre [versteht]. Sie zeichnet sich aus durch die Vielfalt ihrer Fächer insbesondere in den Geisteswissenschaften, durch die exzellente Ausstattung in den Naturwissenschaften sowie die herausragende Qualität ihrer Forschung in den profilgebenden Bereichen."
Das kann auch wieder alles oder nichts bedeuten. Ich werde es einfach als Hinweis sehen, dass sie die Geisteswissenschaften als erstes erwähnt haben. Dementsprechend schreibe ich der Uni Göttingen eine Spezialisierung in en Geisteswissenschaften insb. mit internationalem Bezug hat. Unter Geisteswissenschaften verstehe ich hier wie sie auch selbst in ihrem Leitbild mitteilen das kulturelle, politische und wirtschaftliche Leben. Also sind die dahinter stehenden Fächer Kulturwissenschaften, Politik und Wirtschaft.
Ludwig Maximilian Universität München Spezialisierung
Das letzte Mal schrieb ich über die HU Berlin. Dabei musste ich feststellen, dass die Uni selbst keine wirkliche Spezialisierung erkennen ließ. Also habe ich ihr die Philosophie als Spezialisierung zugeschrieben.
Heute schaue ich mir die LMU München an. Auf den ersten Blick sehe ich auf ihren Seiten überhaupt keine Spezialisierung. In ihrem Selbstverständnis sagen sie "Als echte „universitas“ hat die LMU den Auftrag, für die zunehmend komplexer werdenden Zukunftsfragen um Mensch, Gesellschaft, Kultur, Umwelt und Technologie, fächerübergreifend problemorientierte Lösungsansätze zu entwickeln."
Gleichzeitig sagen sie aber auch: "Die Leitidee der „universitas“ steht auch für umfassende Bildung, die soziale Kompetenzen sowie kritisches Werte- und Geschichtsbewusstsein einschließt." Soziale Kompetenzen ist irgendwie Metawissen. Aber Werte kann ich klar der Ethik und Geschichte der Geschichte zuordnen. Ich mache es mir einfach und deklariere hiermit für meine Geschichte, dass die LMU einen Ethik- und Geschichtsfokus hat.
17.04.09 22:48:35, 