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Storyline - Bildung macht frei
So, nach langer Zeit, hab ich mich endlich auf den Hosenboden gesetzt und Storyline fürs Buchprojekt ausgearbeitet. Hier jetzt also mein Plot fürs Buchprojekt.
Erst in Kurzform:
1. Satter Gesellschaft erscheint Bildung unnötig
2. Gesellschaft hebt Schulpflicht auf
3. Gesellschaft verdummt, wählen Führer ohne Bildung
4. Demokratie erlahmt, Diktatur wird eingeführt
5. Gesellschaft geht es zunehmend schlechter
6. Intelligentes, wissbegieriges Mädchen geht auf Reisen
7. Mädchen lernt gebildeten Jungen kennen
8. Junge bringt ihr Bildung bei
9. Mädchen beschließt ihre Gesellschaft zu ändern
10. Mädchen baut Untergrundorganisation für Bildung auf
11. Mädchen lehrt Verwandten/Bekannten Bildung
12. Als Menge der Gebildeten in Gesellschaft groß genug, kommt es zum friedlichen Putsch
13. Demokratie, Schulen sowie Schulpflicht werden wieder eingeführt, Leben läuft gut
14. Happy End.
Jetzt in Langform:
Es wird eine Gesellschaft dargestellt, welche Tradition für Bildung hat. In dieser Gesellschaft geht es den Leuten ganz gut, Gesellschaft ist satt und zufrieden. Nur Kinder haben keine rechte Lust zur Schule zu gehen. Kinder verstehen Sinn darin nicht. Es gibt immer mehr Schulschwänzer. Um dieses Problem lösen, erlässt Gesellschaft einfach Schulpflicht. So verstößt auch niemand gegen eine Schulpflicht. Daraufhin gehen immer weniger Kinder zur Schule. Aufgrund von Schülermangel schließen viele Schulen. Daraufhin sinkt gesamtgesellschaftliches Bildungsniveau, was wiederum zur Folge hat, dass viele Fachkräfte fehlen. So schließen viele Unternehmen. Wirtschaftliche Situation verschlechtert sich. Ungebildete gründen eine Partei (Älteren wussten noch, wie Partei funktioniert). Ungebildetenpartei erhält viel Zulauf über Fernsehen/Radio. Fernsehen/Radio sind wichtigste Medien von Ungebildeten, denn jüngere Ungebildete können ja auch nicht lesen oder zumindest nur sehr schlecht. Ungebildetenpartei verspricht Gesellschaft, dass es ihnen bald besser gehen würde. Bald ist Ungebildetenpartei größte Partei der Gesellschaft. Ungebildete bestimmen gesellschaftliches Geschehen. Leiter der Ungebildetenpartei ruft Diktatur aus. Dagegen wehrt sich kaum jemand. Die wenigen, die es gestört hätte, verlassen das Land - Ungebildete waren froh, dass sie endlich anerkannt waren. Schulen werden nun verboten. Zeitungen eingestellt. Bücher kaum noch gedruckt. Gewalt steigt. Umweltverschmutzung steigt. Lebensqualität sinkt. Gerichte werden nebensächlich. Blutrache bestimmt das Leben.
In diese Gesellschaft wird nun ein intelligentes und neugieriges Mädchen hineingeboren. Auch wenn Reisen eigentlich verboten sind, läuft Mädchen immer wieder fort, um neue Dinge zu erkunden. Als Mädchen ungefähr 18 ist, geht sie weiter weg als je zuvor. Mädchen reist in anderes Land. Mädchen lernt andere Städte sowie anderes Leben kennen. In einer Stadt (ähnelt München) lernt Mädchen Jan kennen. Jan studiert ja dort im ersten Semester Mathematik. Ihn interessiert aber hauptsächlich Bildung. Beide verlieben sich ineinander. Von ihm lernt sie wie eine Demokratie funktioniert, wie Bildung funktioniert etc. Mädchen beschließt Verhältnisse in ihrer Heimat zu ändern. Mädchen und Jan haben Mut. Beide schleusen Bekannte in Jans Stadt, zeigen ihnen ihnen, wie Leben sein könnte. Mädchen gründet Untergrundpartei, durch die sie andere ausbildet. Es kommt zum Putsch, welcher irgendwie friedlich verlaufen sollte - soll ja gerade Bildung verdeutlichen. Zum Schluss übernehmen Gebildete Führung, Schulpflicht wird eingeführt. Wirtschaft erstarkt. Gesellschaft blüht auf.
Wissen vs. Bildung
Habe nun das erste Kapitel "Wer wird Millionär oder: Alles, was man wissen muß." von Konrad Paul Liessmann gelesen, welches in einem Kommentar vorgeschlagen wurde. Es ist in der Tat sehr unterhaltsam. Im ersten Kapitel behandelt Liessmann den Begriff Bildung. Liessmann nutzt Bildung und Wissen synomym. Gleichzeitig versucht er Bildung und Wissen voneinander abzugrenzen, ohne es allerdings explizit zu erwähnen. Aber schließlich bedeutet Wissen für ihn unabhängige, ungeordnete sowie gleichgewichtete Wissensstücke analog Google. Bildung hingegen sei ein sich geschlossenes geordnetes Wissenssystem entsprechend z.B. Schwanitz, Bildungsideen der Aufklärung, Bildungsideen des Neuhumanismus.
Ich selbst vertrete ja die Auffassung, dass Bildung nicht als eine Ansammlung von Wissen - sei sie nun ungeordnet oder geordnet - zu verstehen ist. Statt dessen stellt Bildung eine Befähigung dar, sich Wissen anzueignen, Wissen anzuwenden, sich seine eigene Meinung zu bilden und dementsprechen zu handeln. Aufgabe vom Bildungssystem besteht in der Bildung des Einzelnen, d.h. genau diese Befähigung zu lehren. Somit weicht meine Auffassung von beiden Bildungsdefinitionen Liessmanns ab.
Besonders beeindruckt jedoch ein anderer Satz aus dem ersten Kapitel: "Die Frage, was man wissen muss, zielt schon auf eine Zielvorstellung ab, für die dieses Wissen einen funktionalen Wert hat."
Dabei entspringen aus diesem Satz zwei Dimensionen. Einerseits sagt er etwas darüber aus, was man wissen sollte. Andererseits wird damit gleichzeitig der Erfolg vom Bildungssystem definiert. Ein Bildungssystem ist nämlich genau dann erfolgreich, wenn mit dem darin Erlernten zuvor definierte Ziele vom Bildungssystem erreicht werden. Ich vermeide bewusst das Wort Wissen, weil wie oben schon erwähnt, Wissen nur eine Dimension von Bildung darstellt.
Wie nun allerdings solch ein Bildungssystem aussehen könnte, welches oben genannte Befähigung vermittelt, wird in den nächsten Artikeln beschrieben.
17.05.09 15:26:13, 